Grundofen

Grundofen Wärmediagramm

Grundofen Wärmediagramm

Der Grundofen ist eine Feuerstelle mit dem Zweck, in relativ kurzer Zeit erzeugte Wärme über längere Zeit zu speichern. Nach Abschluss dieser zeitlich begrenzten – ca. einstündigen – Befeuerungsphase gibt der Grundofen diese aufgenommene Wärmeleistung über Stunden dosiert wieder an den Wohnraum ab. Diese Art der Feuerung nennt man „Zeitbrand“, d.h. auf eine kurze Aufheiz-„Zeit“ folgt eine längere Wärmeabgabe-„Zeit“.

Der Name „Grundofen“ rührt daher, dass die Feuerung (bis auf wenige technische Ausnahmevariationen) am niedrigsten Punkt – im „Grund“ – des Ofens angelegt ist.

Die Rauchgase des Feuers werden über ein langes Rauchgassystem durch den Ofen hindurch nach oben in den Kamin geleitet. Hierdurch entsteht der für den Grundofen typische Wärmespeichereffekt. (Eine besondere Ausprägung des Grundofens ist der Kachelofen).

Grundofen SOSTRA Rauchgaszüge (Schnittzeichnung)

Grundofen SOSTRA Rauchgaszüge (Schnittzeichnung)

Ein Grundofen besteht immer aus einem Brennraum und einem sich daran anschließenden Heizgas-Zugsystem. Die im Feuerraum erzeugte Energie wird direkt durch die ihn umgebende Speichermasse – in der Regel Schamotte – aufgenommen. Das nachgelagerte Zugsystem sorgt durch zusätzliche Verwertung der heißen Rauchgase (fachl. Heizgase) für eine optimale und effektive Ausnutzung der Heizenergie. Der so erwärmte gesamte Speicherkern gibt seine Heizenergie über den Ofenaußenmantel – bestehend Kacheln, Naturstein oder verputzten Schamotteplatten – als Strahlungswärme an den Wohnraum ab.

Die mittlere Oberflächentemperatur des Außenmantels beträgt beim Volllast-Heizbereich 80 – 85 °C.

Grundöfen werden in Bezug auf ihre Bauweise in verschiedene Kategorien eingeteilt:

A) Technischer Innenausbau des Grundofens

leicht, mittelschwer und schwer.

Diese Einteilung bezieht sich auf die Ausführung der Dicke bzw. Stärke des Speicherkerns.

Je stärker der Speicherkern gebaut ist, desto länger braucht der Ofen, um über seine Oberfläche Wärme abzugeben und umso länger kann er sie auch speichern. Vor dem Hintergrund des gesunkenen Energiebedarfs von Wohngebäuden ist heute eine leichte bis max. mittelschwere Bauweise sinnvoll (ca. 90-minütige Aufheizphase, ca. 12-stündige Wärmeabgabe).

Ein Grundofen als sog. "Wohnlandschaft"

Ein Grundofen als sog. „Wohnlandschaft“

B) Integration des Grundofens in den Wohnraum

Feste Verbindung (Anbau) an die Ofenrückwand bzw. Zimmerwand:

Diese Ofenbauart hat sich seit etwa 100 Jahren etabliert, zunehmend durch die Nutzung in der Variante der Kachelofen-Warmluftheizung für mehrere Räume, als auch in den letzten Jahrzehnten als architektonisch gestalterisches Element (sog. „Wohnlandschaften“).

Grundofen, freistehend im Raum (unser Modell SOSTRA)

Grundofen, freistehend im Raum (unser Modell SOSTRA)

Für Strahlungs-/Speicheröfen („Grundöfen“) ist eine freistehende hohe Bauweise sinnvoll, da so kein Aufwand für gesonderten Wand-Wärmeschutz (Isolierung/Abmauerung) nötig wird und maximale Strahlungsfläche auf kleinstem Ofen-Grundriss (geringer Platzbedarf im Wohnraum) zur Verfügung steht.

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